Zentraler Logistikleitstand für eines der größten Intralogistikzentren Europas
Kurzbeschreibung
Für das hochautomatisierte Logistikzentrum von Viega in Attendorn entwickelte und implementierte Artschwager + Kohl einen neuen zentralen Logistikleitstand auf Basis von Siemens WinCC Unified. Ziel des Projekts war die Ablösung eines technologisch veralteten und nicht mehr supporteten Bestandssystems sowie die Schaffung einer zukunftssicheren, browserbasierten Plattform zur Überwachung, Analyse und Optimierung sämtlicher Materialflussprozesse.
Heute visualisiert der Leitstand die gesamte Intralogistikanlage mit 85 Regalbediengeräten, 114 Steuerungen sowie umfangreicher Fördertechnik und ermöglicht maximale Transparenz über Anlagenzustände, Materialflüsse und Leistungsdaten.
Ausgangssituation
Das Logistikzentrum von Viega in Attendorn zählt zu den größten und komplexesten Intralogistik-Anlagen im industriellen Umfeld.
Der vorhandene Leitstand hatte das Ende seines Lebenszyklus erreicht. Herstellerunterstützung und Weiterentwicklung standen nicht mehr zur Verfügung, Anpassungen konnten nur noch eingeschränkt umgesetzt werden und die Anforderungen einer kontinuierlich wachsenden Logistikanlage ließen sich mit der bestehenden Plattform nicht mehr abbilden.
Gleichzeitig bestand der Wunsch, sämtliche Materialflussprozesse zentral und in Echtzeit darzustellen sowie eine einheitliche Informationsbasis für Betrieb, Instandhaltung, Logistikleitung und Management zu schaffen.
Herausforderung
Die größte Herausforderung bestand darin, unterschiedlichste technische Systeme innerhalb einer zentralen Plattform zusammenzuführen.
Der neue Leitstand sollte Informationen aus:
- 85 Regalbediengeräten
- 114 Steuerungen
- 3,2 km Behälterfördertechnik
- 1,5 km Palettenfördertechnik
- Shuttle-Systemen
- Verpackungsanlagen
- Palettierzentren
- Lagerverwaltungssystemen (LVS)
- Materialflussrechnern (MFR)
- Datenbanksystemen
in Echtzeit erfassen, verarbeiten und visualisieren.
Zusätzlich mussten sämtliche Störmeldungen, Betriebsdaten und Leistungskennzahlen zentral bereitgestellt werden, um eine schnelle Fehleranalyse und hohe Anlagenverfügbarkeit sicherzustellen.
Zielsetzung
Ziel des Projekts war die Entwicklung einer modernen, vollständig browserbasierten SCADA-Lösung mit maximaler Transparenz über alle Materialflussprozesse.
Dabei standen insbesondere folgende Anforderungen im Fokus:
- Ablösung des veralteten Bestandssystems
- Schaffung einer zukunftssicheren Plattform
- Browserbasierte Nutzung ohne lokale Installation
- Zentrale Darstellung aller Materialflüsse
- Echtzeitvisualisierung sämtlicher Anlagenzustände
- KPI-Monitoring an kritischen Materialflussknoten
- Automatisierte Betriebs- und Tagesberichte
- Einheitliche Informationsbasis für alle Anwendergruppen
Erweiterbarkeit parallel zum Wachstum der Anlage
Lösungsansatz
Auf Wunsch von Viega wurde Siemens WinCC Unified als technologische Grundlage des neuen Leitstands ausgewählt.
Auf dieser Basis entwickelte Artschwager + Kohl eine vollständig neue Leitstandslösung, die weit über die Funktionen eines klassischen SCADA-Systems hinausgeht.
Herzstück der Lösung ist eine zentrale Informationsplattform, welche Daten aus Steuerungen, Lagerverwaltungssystemen, Materialflussrechnern und weiteren Datenquellen zusammenführt und in Echtzeit bereitstellt.
Für die Verwaltung und Langzeitarchivierung der anfallenden Betriebs- und Materialflussdaten wurde zusätzlich eine zentrale Microsoft SQL Server Infrastruktur implementiert.
Umsetzung
Artschwager + Kohl verantwortete das Projekt vollständig aus einer Hand:
- Fachliche Konzeption
- Systemarchitektur
- Softwarearchitektur
- Datenmodellierung
- Schnittstellenentwicklung
- Softwareentwicklung
- Inbetriebnahme
- Schulung
- Kontinuierliche Weiterentwicklung
Der neue Leitstand wurde zwischen Februar 2021 und Dezember 2021 realisiert.
Über S7-Protokoll und OPC UA wurden zahlreiche Steuerungen direkt angebunden. Zusätzlich entwickelte Artschwager + Kohl sämtliche Schnittstellen zu Lagerverwaltungssystemen, Materialflussrechnern sowie weiteren Datenbanksystemen.
Die gesamte Anlage wird innerhalb von 147 vollgrafischen Anlagenbildern dargestellt.
Besonderes Augenmerk lag auf der Materialflussvisualisierung. Sämtliche Paletten und Behälter werden in Echtzeit innerhalb der Fördertechnik dargestellt. Über die Eingabe einer Paletten- oder Behälter-ID kann jeder Ladungsträger unmittelbar lokalisiert werden. Das System navigiert automatisch zum entsprechenden Anlagenbild und ermöglicht die grafische Verfolgung des Materialflusses.
Darüber hinaus visualisiert der Leitstand den Zustand sämtlicher relevanter Anlagenkomponenten, darunter:
- Sensoren
- Scanner
- Motoren
- Fördersegmente
- Einschaltbereiche
- Regalbediengeräte
- Fördertechnikkomponenten
Die Zustände werden farblich dargestellt und ermöglichen eine schnelle Beurteilung der aktuellen Betriebssituation.
Alle Meldungen und Störungen aus Steuerungen, Lagerverwaltungssystemen, Materialflussrechnern, Shuttle-Systemen und Verpackungsanlagen werden zentral erfasst, historisiert und ausgewertet.
An kritischen Stellen der Förderlogistik werden Live-KPI wie Behälter pro Minute oder Paletten pro Zeiteinheit visualisiert. Ergänzend stehen aktuelle Leistungs- und Trenddiagramme zur Verfügung.
Ergebnis
Mit dem neuen Logistikleitstand entstand eine zentrale Plattform für Überwachung, Analyse und Optimierung sämtlicher Intralogistikprozesse.
Alle relevanten Informationen stehen heute in Echtzeit und standortübergreifend browserbasiert zur Verfügung.
Die Lösung schafft vollständige Transparenz über:
- Materialflüsse
- Anlagenzustände
- Störungen
- Leistungskennzahlen
- Verfügbarkeiten
- Auslastungen
und bildet die Grundlage für einen stabilen und effizienten Betrieb des hochautomatisierten Logistikzentrums
Mehrwert für den Kunden
Der neue Leitstand bietet Viega eine durchgängige Transparenz über sämtliche Logistikprozesse.
Besonders hervorzuheben sind:
Wegfall manueller Berichtserstellung
Automatisierte Tages- und Betriebsberichte werden täglich um 06:00 Uhr an die jeweiligen Verantwortlichen verteilt. Mengendaten, Leistungskennzahlen und besondere Ereignisse stehen dadurch ohne manuellen Aufwand zur Verfügung.
Schnellere Störungsanalyse
Durch die zentrale Darstellung aller Störungen und Anlagenzustände können Ursachen deutlich schneller identifiziert werden.
Höhere Anlagenverfügbarkeit
Kürzere Reaktionszeiten ermöglichen eine schnellere Fehlerbehebung und tragen zur Erhöhung der Anlagenverfügbarkeit bei.
Transparenter Materialfluss
Jeder Behälter und jede Palette kann jederzeit lokalisiert und verfolgt werden.
Einheitliche Informationsbasis
Leitwarte, Instandhaltung, Lagerverantwortliche, KVP-Team, Schichtleiter und Management greifen auf dieselben aktuellen Informationen zu.
Zukunftssichere Plattform
Die Lösung wächst kontinuierlich mit den Anforderungen der Anlage und wird fortlaufend erweitert.
Eingesetzte Technologien
- Siemens WinCC Unified
- Siemens S7 / TIA
- S7 Protokoll Get/Put, OPC UA Protokoll
- Microsoft SQL Server
- Microsoft SQL Server Verbindungsserver
- Active Directory Integration
- Lagerverwaltungssysteme (LVS)
- Materialflussrechner (MFR)
- Browserbasierte Web-Technologien
- Individuelle Reporting- und KPI-Funktionen
- Individuelles Langzeitarchiv
Langzeitarchiv
Das von Artschwager + Kohl entwickelte Langzeitarchiv verarbeitet und archiviert täglich große Mengen an Betriebs-, Diagnose- und Materialflussdaten aus dem gesamten Logistikzentrum. Aktuell werden mehr als 100.000 Datenpunkte überwacht und mehrere Millionen Datensätzen pro Tag archiviert.
Die archivierten Informationen bilden die Grundlage für langfristige Trendanalysen, KPI-Auswertungen, Verfügbarkeitsbetrachtungen sowie die kontinuierliche Optimierung logistischer Prozesse.
Lassen Sie uns über Ihre Intralogistik sprechen
Ob Lagerverwaltungssystem, Materialflusssteuerung, Produktionslogistik, SAP Integration oder Retrofit bestehender Anlagen – gemeinsam entwickeln wir die passende Lösung für Ihre Anforderungen.
Artschwager + Kohl unterstützt Unternehmen bei der Planung, Integration und Modernisierung komplexer Intralogistik Systeme.