von Jürgen Kohl

Lagerverwaltungssystem und Materialflussrechner für ein Stahl-Logistikzentrum in Wien

Kurzbeschreibung

Für das Stahl Logistic Center Wien entwickelte Artschwager + Kohl zunächst digitale Zwillinge und umfangreiche Materialfluss-Simulationen zur Bewertung verschiedener Erweiterungsstrategien. Auf Basis dieser Ergebnisse wurde anschließend ein individuelles Lagerverwaltungssystem (LVS) mit integriertem Materialflussrechner (MFR) für die Steuerung eines komplexen Stahlbodenlagers realisiert.

Die Lösung verbindet Lagerverwaltung, Materialflusssteuerung und die koordinierte Beauftragung mehrerer Brückenkräne innerhalb einer gemeinsamen Prozesslogik. Dadurch konnten Lagerflächen effizienter genutzt, Umlagerungsprozesse automatisiert und Materialflüsse transparent gesteuert werden.

Ausgangssituation

Das Stahl Logistic Center Wien plante die Erweiterung seiner Lager- und Produktionskapazitäten. Ziel war es, höhere Durchsätze und zusätzliche Lagerkapazitäten innerhalb bestehender Flächen zu realisieren.

Da verschiedene Ausbauvarianten zur Verfügung standen, sollte zunächst untersucht werden, welche Lösung langfristig die beste Kombination aus Lagerkapazität, Materialflussleistung und Skalierbarkeit bietet.

Gleichzeitig wurde eine zukunftssichere Softwarelösung gesucht, welche die besonderen Anforderungen der Lagerung und Bewegung von Stahlplattenpaketen innerhalb eines dynamischen Bodenlagers zuverlässig abbildet.

Herausforderung

Die Steuerung eines Stahlplattenlagers stellt besondere Anforderungen an Lagerverwaltungssysteme und Materialflussrechner.

Im Gegensatz zu klassischen Regallagern existieren keine festen Lagerplätze. Die verfügbare Lagerfläche wird dynamisch genutzt. Für jede Einlagerung, Umlagerung oder Auslagerung müssen zahlreiche Randbedingungen berücksichtigt werden:

  • verfügbare Lagerflächen
  • Traglasten und Lagerklassen
  • zulässige Stapelhöhen
  • Materialeigenschaften der Stahlplatten
  • Produktionsanforderungen
  • Versandprioritäten
  • Verfügbarkeit mehrerer Brückenkräne

Ziel war die Entwicklung eines Lagerverwaltungssystems für die Stahlindustrie, das sämtliche Lager- und Materialflussprozesse automatisiert steuert und gleichzeitig eine optimale Flächennutzung gewährleistet.

Phase 1: Digitale Zwillinge und Materialfluss-Simulation als Entscheidungshilfe

Zur Bewertung der verschiedenen Erweiterungsstrategien entwickelte Artschwager + Kohl gemeinsam mit der Heitec AG digitale Zwillinge des gesamten Stahl-Logistikzentrums.

Die Materialfluss-Simulationen bildeten sämtliche relevanten Lager-, Produktions- und Transportprozesse realitätsnah ab. Grundlage waren reale Betriebsdaten sowie zukünftige Last- und Durchsatzszenarien.

In die Simulationen flossen unter anderem ein:

  • Wareneingänge
  • Produktionsaufträge
  • Versandaufträge
  • Lagerbewegungen
  • zukünftige Durchsatzanforderungen

Durch die digitalen Zwillinge konnten verschiedene Ausbauvarianten virtuell getestet und hinsichtlich Durchsatz, Kapazität, Ressourcenauslastung und Materialflussleistung bewertet werden.

Die Simulationen lieferten eine belastbare Entscheidungsgrundlage für die Auswahl der optimalen Erweiterungsstrategie und die spätere Ausgestaltung des Lagerverwaltungssystems mit Materialflussrechner.

Phase 2: Realisierung eines Lagerverwaltungssystems mit Materialflussrechner

Nach Abschluss der Simulationsphase erhielt Artschwager + Kohl den Auftrag zur Umsetzung der ausgewählten Zielarchitektur.

Hierfür wurde ein individuelles Lagerverwaltungssystem (LVS) mit integriertem Materialflussrechner (MFR) entwickelt. Die Software verbindet Lagerverwaltung, Materialflusssteuerung und Brückenkransteuerung innerhalb einer zentralen Prozesslogik.

Das System unterstützt unter anderem:

  • Einlagerung von Stahlplattenpaketen
  • automatische Lagerplatzfindung
  • Umlagerungen innerhalb des Bodenlagers
  • Produktionsentsorgung
  • sequenzierte Materialbereitstellung
  • Versandbereitstellung
  • automatische Transportaufträge für Brückenkräne
  • intelligente Umlagerungsstrategien

Der Materialflussrechner koordiniert sämtliche Lagerbewegungen und sorgt für eine optimale Nutzung der verfügbaren Ressourcen.

Umsetzung

Das Lagerverwaltungssystem bewertet kontinuierlich die aktuelle Lagerbelegung und berechnet optimale Lager- und Transportstrategien.

Hierbei werden in Echtzeit berücksichtigt:

  • verfügbare Lagerflächen
  • Stapelklassen
  • Stapelhöhen
  • Traglasten
  • Produktionsanforderungen
  • Versandprioritäten
  • Kranverfügbarkeiten

Der integrierte Materialflussrechner steuert die Transportaufträge und koordiniert mehrere Brückenkräne innerhalb des Stahl-Logistikzentrums.

Dadurch entstehen durchgängige und transparente Materialflussprozesse vom Wareneingang über die Produktion bis zur Versandbereitstellung.

Ergebnis

Mit dem neuen Lagerverwaltungssystem und Materialflussrechner konnte das Stahl Logistic Center Wien seine Lager- und Materialflussprozesse nachhaltig modernisieren.

Die Lösung ermöglicht:

  • optimierte Nutzung der verfügbaren Lagerflächen
  • automatisierte Steuerung komplexer Umlagerungsprozesse
  • koordinierte Steuerung mehrerer Brückenkräne
  • reduzierte manuelle Eingriffe
  • höhere Transparenz über Lagerbestände und Materialflüsse
  • stabile und skalierbare Lagerprozesse
  • zukunftssichere Steuerung des Stahlplattenlagers

Die zuvor entwickelten digitalen Zwillinge ermöglichten eine fundierte Investitionsentscheidung und bildeten gleichzeitig eine wertvolle Grundlage für Tests, Validierung und Inbetriebnahme des Lagerverwaltungssystems.

Mehrwert für den Kunden

  • Höhere Flächeneffizienz - Optimale Nutzung der vorhandenen Lagerflächen ohne zusätzliche Lagerkapazitäten.
  • Automatisierte Materialflusssteuerung - Der Materialflussrechner reduziert manuelle Dispositionen und automatisiert komplexe Umlagerungsprozesse.
  • Effiziente Brückenkransteuerung - Mehrere Brückenkräne werden koordiniert beauftragt, wodurch Wartezeiten reduziert und Materialbewegungen optimiert werden.
  • Transparente Lagerprozesse - Alle Lager- und Materialflussprozesse sind jederzeit nachvollziehbar und steuerbar.
  • Zukunftssichere Systemarchitektur - Das Lagerverwaltungssystem ist flexibel erweiterbar und unterstützt zukünftige Wachstums- und Automatisierungsstrategien.

Eingesetzte Technologien

  • Lagerverwaltungssystem (LVS)
  • Materialflussrechner (MFR)
  • Materialflusssteuerung
  • Digitale Zwillinge
  • Materialfluss-Simulation
  • Brückenkransteuerung
  • LOMAS® Logistik Management System

Lassen Sie uns über Ihre Intralogistik sprechen

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