SAP EWM MFS Integration eines bestehenden Behälterlagers bei Mercedes-Benz Türk
SAP EWM MFS als Basis für die Modernisierung einer bestehenden Intralogistik-Anlage
Für Mercedes-Benz Türk realisierte Artschwager + Kohl die Integration eines bestehenden automatischen Behälterlagers in SAP EWM MFS. Ziel des Projekts war die Ablösung des vorhandenen Lagerverwaltungssystems und die Anbindung der bestehenden Intralogistik-Anlage an die SAP-Welt, ohne die vorhandene Fördertechnik und Steuerungstechnik ersetzen zu müssen.
Durch den Einsatz von SAP EWM MFS (Material Flow System) konnte die bestehende Anlage modernisiert und gleichzeitig der Investitionsschutz für die vorhandene Infrastruktur sichergestellt werden.
Ausgangssituation
Das bestehende Behälterlager war bereits seit Jahren produktiv im Einsatz und verfügte über eine leistungsfähige Förder- und Lagertechnik. Im Rahmen der Digitalisierung und Standardisierung der Logistikprozesse sollte die bestehende Lagerverwaltung durch SAP EWM ersetzt werden.
Eine vollständige Neuerrichtung der Anlage kam jedoch nicht infrage. Stattdessen bestand die Anforderung, die vorhandenen Siemens S7-Steuerungen, Regalbediengeräte und die Behälterfördertechnik weiter zu nutzen und diese direkt an SAP EWM MFS anzubinden.
Damit stand ein typisches Retrofit-Projekt im Fokus: Moderne SAP-Logistikprozesse sollten mit einer bestehenden Automatisierungslandschaft verbunden werden.
Herausforderung
Die größte Herausforderung bestand darin, dass für wesentliche Teile der bestehenden Automatisierungstechnik keine vollständige Dokumentation mehr vorhanden war.
Insbesondere die Steuerungsprogramme der Siemens S7-Steuerungen für Regalbediengeräte und Fördertechnik lagen nur eingeschränkt dokumentiert vor. Dadurch war die bestehende Materialflusslogik nicht unmittelbar nachvollziehbar.
Um eine sichere SAP EWM MFS Integration zu ermöglichen, wurden die vorhandenen Steuerungsprogramme zunächst vollständig analysiert und reengineert. Parallel dazu untersuchte Artschwager + Kohl die Kommunikation zwischen dem bestehenden Lagerverwaltungssystem und den SPS-Steuerungen mithilfe von Wireshark.
Durch die Analyse der Telegramme und Materialflussdaten konnten sämtliche Abläufe rekonstruiert und für die spätere SAP EWM MFS Anbindung dokumentiert werden.
Zielsetzung
Ziel des Projekts war die Einführung von SAP EWM MFS als zentrale Materialflusssteuerung bei gleichzeitigem Erhalt der vorhandenen Anlageninfrastruktur.
Dabei sollten:
- bestehende Siemens S7-Steuerungen weiter genutzt werden
- die Fördertechnik unverändert in Betrieb bleiben
- Materialflussprozesse sicher in SAP EWM MFS integriert werden
- umfangreiche Tests vor dem Produktivstart ermöglicht werden
- Risiken während der Migration minimiert werden
- der laufende Betrieb möglichst unbeeinträchtigt bleiben
Lösungsansatz
Für die sichere Migration entwickelte Artschwager + Kohl ein mehrstufiges Integrationskonzept.
Im Mittelpunkt stand die schrittweise Einführung von SAP EWM MFS. Die bestehende Steuerungssoftware wurde so erweitert, dass die Anlage sowohl mit dem bisherigen Lagerverwaltungssystem als auch mit SAP EWM MFS betrieben werden konnte.
Diese Umschaltmöglichkeit ermöglichte umfangreiche Integrationstests bereits vor dem eigentlichen Go-live.
Gleichzeitig wurde ein digitaler Zwilling der Anlage eingesetzt, um Materialflussprozesse, Schnittstellen und Steuerungsabläufe unter realitätsnahen Bedingungen zu testen.
Umsetzung
Die technische Umsetzung begann mit dem Reengineering der vorhandenen Siemens S7-Steuerungen und der vollständigen Analyse der bestehenden Materialflussprozesse.
Anschließend wurde die angepasste Steuerungssoftware gegen einen von Heitec entwickelten digitalen Zwilling getestet. Dadurch konnten sämtliche Materialflussabläufe sowie die Kommunikation zwischen SAP EWM MFS und den Steuerungen frühzeitig validiert werden.
Im nächsten Schritt erfolgten über eine Site-to-Site-Verbindung umfangreiche Tests mit dem SAP EWM Testsystem. Die reale Kommunikation zwischen SAP EWM MFS, Fördertechnik und Lagertechnik konnte dadurch bereits vor der Inbetriebnahme unter produktionsnahen Bedingungen geprüft werden.
Die Anlage umfasst:
- einen Identifizierungspunkt für Behälteraufgabe und Einlager-Kreisel
- drei Lagergassen mit Regalbediengeräten
- integrierte Gruppierstationen
- Regalbediengeräte mit Mehrfachlastaufnahme für bis zu vier Behälter gleichzeitig
- drei Kommissionierplätze mit gemeinsamem Kommissionier-Kreisel
Neue Visualisierung auf Basis von WinCC Unified
Im Zuge der Modernisierung wurde zusätzlich die gesamte Anlagenvisualisierung gemeinsam mit der Heitec AG neu entwickelt.
Die neue Lösung basiert auf Siemens WinCC Unified und ermöglicht eine transparente Darstellung aller Lager- und Materialflussprozesse.
Neben der grafischen Visualisierung bietet das System auch Diagnosefunktionen für die Kommunikation zwischen SAP EWM MFS und den angebundenen Steuerungen. Dadurch können Fehlerursachen schneller identifiziert und Störungen effizienter behoben werden.
Für das Betriebspersonal entsteht ein deutlich höheres Maß an Transparenz über den aktuellen Anlagenzustand und die laufenden Materialflussprozesse.
SAP EWM MFS als Grundlage für zukunftssichere Materialflussprozesse
Mit SAP EWM MFS wurde eine moderne und standardisierte Materialflusssteuerung implementiert, die sich nahtlos in die bestehende SAP-Systemlandschaft integriert.
Im Gegensatz zu einer vollständigen Erneuerung der Automatisierungstechnik konnte die bestehende Infrastruktur weiter genutzt werden. Gleichzeitig profitieren die Logistikprozesse von den Möglichkeiten einer modernen SAP-basierten Materialflusssteuerung.
Die Kombination aus SAP EWM MFS, bestehenden Siemens S7-Steuerungen und einer modernen WinCC Unified Visualisierung schafft die Grundlage für zukünftige Erweiterungen und Optimierungen der Intralogistik.
Ergebnis
Durch die erfolgreiche SAP EWM MFS Integration konnte das bestehende Behälterlager modernisiert werden, ohne die vorhandene Förder- und Steuerungstechnik vollständig ersetzen zu müssen.
Die intensive Teststrategie mit digitalem Zwilling und parallelem Betrieb ermöglichte eine sichere Migration mit minimalem Risiko.
Das Ergebnis ist eine moderne und zukunftssichere Intralogistik-Lösung mit stabilen Materialflussprozessen, hoher Transparenz und optimalem Investitionsschutz.
Mehrwert für den Kunden
- Erfolgreiche Integration der Bestandsanlage in SAP EWM MFS
- Investitionsschutz durch Weiterverwendung bestehender Förder- und Steuerungstechnik
- Reduziertes Projektrisiko durch digitalen Zwilling
- Umfangreiche Tests vor dem Go-live
- Höhere Transparenz durch WinCC Unified
- Verbesserte Diagnosemöglichkeiten für Materialflussprozesse
- Zukunftssichere SAP-basierte Materialflusssteuerung
- Flexible Erweiterbarkeit der Anlage
Eingesetzte Technologien
- SAP EWM MFS
- Siemens S7
- Siemens WinCC Unified
- Digitaler Zwilling
- Wireshark
- Site-to-Site-Kommunikation
- Behälterfördertechnik
- Regalbediengeräte
Lassen Sie uns über SAP EWM und Intralogistik sprechen
Artschwager + Kohl unterstützt Unternehmen bei der Einführung von SAP EWM MFS sowie bei der Modernisierung und Integration bestehender Lager- und Materialflusssysteme.
Von der Analyse vorhandener Anlagen über Retrofit-Projekte bis zur Anbindung von Fördertechnik, Lagertechnik und Steuerungssystemen entwickeln wir praxisgerechte Lösungen für eine zukunftssichere Intralogistik.
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