INDUSTRIE 4.0
in 60 Sekunden erklärt

Was genau versteht man unter INDUSTRIE 4.0?

Der Webstuhl wird heute als erster Schritt der Automatisierung in der Produktion verstanden. Die zweite industrielle Revolution brachte das Fließband von Henry Ford. Die elektrische Automatisierung kam durch die erste "speicherprogrammierbare Steuerung (SPS)" erst so richtig in Schwung und steht für die 3. industrielle Revolution.

Und heute, in der gerade beginnenden 4. industriellen Revolution, werden wir die einzelnen Maschinen und Anlagen für einen automatischen Datenaustausch verbinden, und dies innerhalb als auch außerhalb eines Betriebes. Wir werden hierzu private Datennetze nutzen und, wo sinnvoll, auch das Internet mit seinen grenzenlosen Möglichkeiten des Informationsaustausches in die Automatisierung einbeziehen.

Dass die datentechnische Vernetzung von Sensoren, Maschinen und Produktionsbetrieben eine 4. industrielle Revolution auslösen wird, wird auch auf Grund des Metcalfe'schen Gesetzes erwartet. Dieses besagt, dass der Nutzen eines Kommunikationssystems mit dem Quadrat der Anzahl der Teilnehmer wächst. Bestes Beispiel ist hierfür das Internet: Erst als die in den Büros einzeln vor sich hinarbeitenden Computer über Büronetzwerke und später über das Internet verbunden wurden, explodierten die Möglichkeiten und der Nutzen.

Nun ist die Vernetzung der Maschinen und Produktionsbetriebe als auch die Integration von Informations- und Internettechnologien in Sensoren, Maschinen- und Produktionsanlagen nichts was irgendjemand einfach vorschreiben oder einleiten könnte. Es ist ja vielmehr so, dass es bereits einfach geschieht. Dies ist das Indiz dafür, dass sie schon begonnen hat, die 4. industrielle Revolution.

Um diese Entwicklung zu unterstützen und zu beschleunigen, hat die Bundesregierung 2011 erste Forschungsvorhaben zur Orientierung und Definition gestartet. Ergebnis dieser Forschungsvorhaben ist der Abschlussbericht Umsetzungsempfehlungen für das Zukuntsprojekt Industrie 4.0 zur Positionsbestimmung, Vision und Handlungsanweisungen für die Forschung.

Weiterhin wurde die Plattform Industrie 4.0 für den Informationsaustausch geschaffen. Träger dieser Plattform sind die Industrieverbände BITKOM, VDMA und ZVEI.

Als Schlüsselbegriff zur Benennung der Evolution sowie zur Bezeichnung der kürzlich gestarteten Forschungsprogramme durch die Bundesregierung wurde der Begriff INDUSTRIE 4.0 gewählt.

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