Die weltweit erste Einführung von SAP EWM für ein Produktionslager

Lagersteuerung und Fördertechnik erstmals mit SAP EWM implementiert

Eine fortschrittliche, effiziente Lagerverwaltung und –steuerung trägt maßgeblich zur Wirtschaftlichkeit und Profitabilität eines Unternehmens bei. Aus diesem Grund setzt die esco european salt company GmbH & Co. KG heute auf ein modernes System, in dem Regalbediengeräte und Fördertechnik des vollautomatischen Hochregallagers direkt in den Materialfluss der Anwendung SAP EWM integriert sind.

Das System- und Software-Haus Artschwager + Kohl Software GmbH wurde mit der Modernisierung der Hardware und der Programmierung einer komplett neuen Software für die Fördertechnik und Einbindung der Regalbediengeräte in Verbindung mit SAP EWM beauftragt. Alle Arbeiten sollten so gestaltet werden, dass Produktion und Lagerbetrieb während der Modernisierungsmaßnahmen nicht behindert wurden.

Verpackung, Absackung und Palettierung

Salz bildet nicht nur einen ganz essenziellen Bestandteil unserer Ernährung, sondern wird auch im industriellen Bereich in großem Umfang eingesetzt. In der Kreisstadt Bernburg (Salzlandkreis, Sachsen-Anhalt) betreibt die european salt company (esco), ein Tochterunternehmen der K+S AG, ihr größtes Werk: Der Grubenbetrieb hat mit einer Fläche von ca. 30 km2 eine ähnliche Ausdehnung wie das Straßennetz Münchens und dient sowohl zur Gewinnung von Salzen für die Industrie als auch für die Nahrungsmittelproduktion.

Der größere Teil des gewonenen Salzes wird lose über Bahn und LKW verladen und transportiert. Ein kleinerer Teil wird abgesackt oder verpackt und als Palettenware verschickt.

Hochregallager mit 6 Gassen für Euro-Paletten

Das vollautomatische Hochregallager umfasst 3.780 Palettenstellplätze und sechs Gassen. Täglich werden im Dreischicht- Betrieb ca. 1.100 Paletten aus der Produktion eingelagert und im Zweischicht-Betrieb per Bahn und LKW ausgeliefert. Durchschnittlich wird demnach alle vier Tage das komplette Lager umgeschlagen.

Mehr Effizienz: Produktion und Lager in einem System zusammengefasst

Im Zuge seiner langfristigen Wachstumsstrategie stand esco im Jahr 2006 vor der Entscheidung, die gesamte Lagerverwaltung und -steuerung in Bernburg zu modernisieren. Zu diesem Zeitpunkt arbeitete esco mit einer Kombination von SAP ERP mit mehreren eigenständigen Applikationen für die Lagertechnik und -automation, für die Materialflusssteuerung und für die Lagerverwaltung.

Systemaufbau vor der Modernisierung

Das System basierte auf veralteten Siemens-S5-Steuerungen und IT-Lösungen, für die kein Support mehr geleistet wurde. Die reibungslose Kommunikation zwischen ERP und der Lagerverwaltung war nicht mehr gewährleistet. Dies führte dazu, dass aktuelle Lagerbestände nicht mehr sicher im SAP-System abgebildet werden konnten. Im Zuge der Planungen für die erforderlichen Modernisierungsmaßnahmen bot es sich an, die gesamte Systemarchitektur zu verschlanken und effizienter zu gestalten. So galt es, eine Lösung zu finden, die eine Kommunikation ohne Umwege über Middleware und Subsysteme ermöglicht.

Leistungsfähigere Hard- und Software für die Steuerung der Fördertechnik

Im ersten Schritt ersetzte Artschwager + Kohl zunächst die Siemens-S5-Steuerungen der Fördertechnik durch S7-Steuerungen. Hierzu musste auch eine völlig neue Software programmiert werden, die die Fördertechnik und alle Regalbediengeräte direkt an das neue SAP Extended Warehouse Management (EWM) mit integrierter Materialflusssteuerung (MFS) anbindet.

Systemaufbau nach der Modernisierung

Router-SPS als Knotenpunkt der gesamten Anlagenkommunikation

Die S7-Steuerungen der Palettenfördertechnik und der Regalbediengeräte kommunizieren in dem von A&K aufgesetzten System mit dem SAP EWM über eine zentrale SPS. Diese SPS fungiert somit als Router. Sie leitet alle Telegramme von SAP EWM an die entsprechenden S7-Steuerungen weiter. Umgekehrt werden die Telegramme von den verschiedenen S7-Steuerungen gebündelt und an SAP EWM gesendet.

Automatisch protokollierter Telegrammverkehr

Auf diese Weise ist die zuverlässige Kommunikation von Endpunkt zu Endpunkt gesichert. Dieses System mit einer „Router-SPS“ als „Single Point of Communication“ hat für den Betrieb klare Vorteile: Jetzt ist es möglich, die gesamte Anlagenkommunikation zu protokollieren und zu überprüfen, ob Ereignisse etwa in der richtigen Reihenfolge abgearbeitet werden – eine deutliche Erleichterung, wenn es beispielsweise darum geht, Prozessfehler schnell zu erkennen und zu beherrschen.

Anwenderfreundliche Visualisierung für die umfassende Echtzeit-Anlagenüberwachung

Mit Hilfe einer Anlagenvisualisierung schuf Artschwager + Kohl zudem eine komfortable Möglichkeit, die gesamte Produktion, das Lager und die Tourenbereitstellung in Echtzeit zu überwachen. Dabei erfasst ein Logger den kompletten Datenverkehr und alle Warenbewegungen von der Produktion bis zum Versand. esco-Mitarbeiter können so jederzeit alle Informationen über sämtliche Paletten abrufen – ob diese nun gerade im Palettierer entstehen, auf der Palettenbahn transportiert oder über das Regalbediengerät ein- oder ausgelagert werden.

Visualisierung der Auslagerung, Tourenbereitstellung, Bahnverladung

Pionierleistung: Lagersteuerung und Fördertechnik erstmals in SAP EWM mit eingebunden

Die besondere Herausforderung bestand darin, das neue System zu implementieren, ohne die weiterlaufenden Produktions- und Logistikprozesse zu beeinträchtigen. Aus diesem Grund testete man die gesamte neue Software mit allen Kopplungen an SAP EWM und an die Regalbediengeräte zunächst in den Büros über VPN-Verbindungen mit den Partnerunternehmen und implementierte das System probeweise an drei Wochenenden bei esco. Nachdem auch das dritte Testwochenende einwandfrei verlaufen war, konnte man anschließend mit dem neuen System in den Echtbetrieb übergehen. Seitdem laufen die Anlagen von esco ohne Beanstandungen.

esco-Mitarbeiter am A&K Leitstand mit Visualisierung und SAP EWM Bildschirm

Das Unterfangen war für Artschwager + Kohl auch insofern besonders anspruchsvoll, als die Anbindung der Lagersteuerung und Fördertechnik an SAP EWM hier weltweit zum ersten Mal realisiert wurde und man nicht auf Erfahrungen aus früheren Projekten zurückgreifen konnte.

Die von Artschwager + Kohl entwickelte Lösung führt nun die Kommunikation der Regalbediengeräte und die Palettenbahnsteuerungen, die Palettendatenverfolgung und die Visualisierung von der Verpackung und Absackung, über die Palettierung, Einlagerung, Regalbediengeräte, Auslagerung bis zur Tourenbereitstellung und Bahnverladung mit SAP EWM zusammen.

Manfred Eberl, Leiter der Produktion über Tage bei esco, zeigte sich erfreut über den erfolgreichen Verlauf der Modernisierung: „Im Nachhinein können wir sagen, es hat hervorragend funktioniert. Wir sind im Budget und in der Zeit geblieben – nur wenige Projekte laufen so störungsfrei“.

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Foto Jürgen Kohl, Geschäftsführer, Artschwager & Kohl Software GmbH
Jürgen Kohl

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