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Was ist Retrofit? Anlagen im Bestand modernisieren statt ersetzen
Retrofit bezeichnet die Nachrüstung und Modernisierung einer bestehenden Anlage mit aktueller Technik, ohne die Anlage als Ganzes zu ersetzen. Der Begriff kommt aus dem Englischen (to retrofit: nachrüsten) und wird in vielen Bereichen verwendet, von Gebäuden über Fahrzeuge bis zu Flugzeugen. Diese Seite behandelt Retrofit in Industrie und Intralogistik: die Modernisierung von Lagern, Fördertechnik, Regalbediengeräten, Steuerungen und der zugehörigen Software.
Der Kern des Gedankens ist, dass eine Anlage nicht gleichmäßig altert. Stahlbau und Regale halten Jahrzehnte, Mechanik und Antriebe lange, Steuerungen und Elektrotechnik deutlich kürzer, Software am kürzesten. Ein Retrofit ersetzt gezielt die Ebenen, die das Ende ihrer Lebensdauer erreicht haben, und behält, was noch tauglich ist. Das Ergebnis ist eine Anlage, die technisch auf dem Stand einer neuen ist, ohne dass Gebäude, Regal und Grundstruktur neu gebaut werden müssen.
In der Intralogistik ist Retrofit deshalb der Regelfall, nicht die Ausnahme: Automatische Lager laufen häufig 25 bis 30 Jahre und länger, ihre Steuerungen und ihre Software werden in dieser Zeit meist mindestens einmal erneuert, oft bei laufendem Betrieb.
Wie unterscheidet sich Retrofit von Modernisierung, Instandsetzung und Neubau?
Die Begriffe werden im Alltag durcheinander verwendet. Eine Abgrenzung hilft, weil an ihr Aufwand, Risiko und rechtliche Folgen hängen. Instandsetzung ist in DIN 31051 definiert, Modernisierung bei laufendem Betrieb in VDI 4403:
| Begriff | Was gemeint ist | Beispiel |
|---|---|---|
| Instandsetzung | Wiederherstellen des Sollzustands mit gleichartigen Teilen; die Anlage bleibt technisch, wie sie war | Defekter Motor wird durch ein baugleiches Modell ersetzt |
| Retrofit | Nachrüsten mit aktueller Technik bei Erhalt der Anlagenstruktur; einzelne Ebenen werden erneuert | Siemens S5 wird durch S7-1500 ersetzt, Regalbediengerät und Regal bleiben |
| Modernisierung | Oberbegriff für alle Maßnahmen, die eine Anlage auf einen neueren Stand bringen; schließt Retrofit ein, kann aber auch Umbau und Erweiterung umfassen | Retrofit der Steuerung plus zwei zusätzliche Gassen |
| Umbau / Erweiterung | Änderung der Anlagenstruktur oder der Leistung, etwa neue Gassen, höhere Geschwindigkeit, andere Ladeeinheiten | Palettenlager wird um eine Behälterebene ergänzt |
| Neubau (Greenfield) | Anlage wird komplett neu errichtet, meist an neuem Ort | Neues Distributionszentrum |
Retrofit und Umbau werden in der Praxis oft kombiniert und laufen dann unter dem Begriff Brownfield-Projekt: Modernisierung in einer bestehenden, gewachsenen Anlage mit allen Abhängigkeiten, die sich dort über die Jahre angesammelt haben. Das Gegenstück ist das Greenfield-Projekt auf der grünen Wiese. Wie automatische Lager grundsätzlich aufgebaut sind, beschreibt die Seite Automatische Lagersysteme.
Warum wird eine Anlage nachgerüstet statt ersetzt?
Der Anstoß für ein Retrofit kommt selten aus dem Wunsch nach neuer Technik, sondern aus einem konkreten Problem:
- Abgekündigte Steuerungen: Der Hersteller liefert keine Ersatzteile mehr, die Programmierwerkzeuge laufen auf keinem aktuellen Rechner, das Wissen über das Programm geht mit den Mitarbeitern in Rente. Bei der Siemens S5 ist das seit 2020 vollständig der Fall; bei der S7-300 hat es am 1. Oktober 2025 mit dem Ende der Neulieferung begonnen, Ersatzteile gibt es dort nur noch für begrenzte Zeit.
- Zunehmende Störungen: Ausfälle häufen sich, die Ursachen sind mit der alten Diagnosetechnik schwer zu finden, jede Störung kostet Durchsatz.
- Neue Anforderungen: Mehr Durchsatz, andere Ladeeinheiten, zusätzliche Schichten, Anbindung an ein neues ERP-System oder an SAP EWM, Nachverfolgbarkeit von Chargen.
- Sicherheitstechnik: Schutzeinrichtungen und Sicherheitssteuerungen entsprechen nicht mehr dem Stand der Technik; die Gefährdungsbeurteilung fordert Nachbesserung.
- Software am Lebensende: Das Lagerverwaltungssystem läuft auf einem nicht mehr gewarteten Betriebssystem oder einer Datenbank ohne Support; der Anbieter existiert nicht mehr.
- Energie und Kosten: Alte Antriebe ohne Frequenzumrichter, Netzrückspeisung und Stand-by-Schaltungen verbrauchen mehr Energie als nötig.
Gemeinsam ist diesen Anlässen, dass die Mechanik dabei meist noch Jahre halten würde. Genau das macht den Neubau zur schlechteren Option: Man würde ein funktionierendes Regal, funktionierende Regalbediengeräte und eine funktionierende Fördertechnik verschrotten, um eine Steuerung zu ersetzen.
Welche Ebenen einer Anlage können nachgerüstet werden?
Ein Retrofit setzt auf einer oder mehreren Ebenen an. Die Lebensdauern sind Erfahrungswerte und schwanken mit Beanspruchung und Wartung:
| Ebene | Typische Maßnahmen | Typische Lebensdauer |
|---|---|---|
| Stahlbau, Regal | Prüfung, Instandsetzung, selten Ersatz | 30 Jahre und mehr |
| Mechanik | Fahrwerke, Hubwerke, Lastaufnahmemittel, Rollen, Ketten, Führungen an Regalbediengeräten und Fördertechnik | 20 bis 30 Jahre, Verschleißteile kürzer |
| Antriebe | Motoren, Frequenzumrichter, Positioniersysteme; oft Wechsel auf energieeffiziente Antriebe mit Rückspeisung | 15 bis 20 Jahre |
| Elektrotechnik | Schaltschränke, Verkabelung, Feldverteiler, Umstellung auf Feldbus wie PROFINET | 15 bis 25 Jahre |
| Sicherheitstechnik | Sicherheitssteuerung, Schutzzäune, Lichtvorhänge, Zugangskonzepte, zweikanalige Sicherheitskreise | Nach Stand der Technik, oft auslösend |
| Steuerung (SPS) | Ersatz abgekündigter Generationen, Neuprogrammierung, Anbindung an Materialflussrechner | 15 bis 20 Jahre |
| Materialflussrechner, SCADA | Neues System, neue Telegrammschnittstellen zu den Steuerungen, Visualisierung | 10 bis 15 Jahre |
| Lagerverwaltung (LVS/WMS) | Ablösung, Migration der Bestandsdaten, neue ERP-Anbindung | 10 bis 15 Jahre |
Welche Ebenen betroffen sind, ergibt die Bestandsaufnahme. In der Praxis werden Steuerung, Elektrotechnik und Sicherheitstechnik meist gemeinsam erneuert, weil sie technisch ineinandergreifen; Mechanik und Software folgen ihren eigenen Zyklen. Die Ebenen von der SPS bis zum ERP-System und ihre Schnittstellen erklärt die Seite Systemarchitektur im Materialfluss.
Der erste Vorteil ist der Preis: Weil Gebäude, Regal und meist auch die Mechanik bleiben, kostet ein Retrofit einen Bruchteil eines Neubaus gleicher Leistung. Der zweite ist die Zeit: Es entfallen Grundstück, Baugenehmigung, Bauphase und Umzug. Der dritte, in der Praxis oft entscheidende, ist der Betrieb: Ein Retrofit lässt sich in Stufen und in geplanten Stillstandsfenstern durchführen, während ein Neubau einen Umzug des gesamten Bestands verlangt.
Dazu kommen Nebeneffekte, die sich nach dem Retrofit messen lassen: höhere Verfügbarkeit durch neue Diagnosemöglichkeiten, geringerer Energieverbrauch durch moderne Antriebe, bessere Daten durch einen aktuellen Materialflussrechner und ein aktuelles Lagerverwaltungssystem, Sicherheit nach Stand der Technik und Ersatzteilverfügbarkeit für die nächsten 15 bis 20 Jahre. Der Durchsatz steigt bei einem Software-Retrofit häufig auch ohne mechanische Änderung, weil neue Strategien für Doppelspiele, Stauplatzverwaltung und Auftragsbündelung greifen.
Wo liegen die Grenzen und Risiken eines Retrofits?
Ein Retrofit ist keine Lösung für jede Anlage. Wenn das Regal statisch nicht mehr für die gewünschten Lasten taugt, die Gassengeometrie keinen höheren Durchsatz zulässt oder die Mechanik selbst am Ende ist, kann ein Neubau die bessere Investition sein. Als Faustregel gilt: Wenn ohnehin der größte Teil der Anlage ersetzt werden müsste, ist der Neubau meist die bessere Investition.
Die typischen Risiken liegen nicht in der neuen Technik, sondern im Bestand: Für alte Steuerungsprogramme fehlt oft die Dokumentation, und was die Anlage wirklich tut, steht nur im Code. Über die Jahre eingebaute Sonderfälle und Umgehungen sind niemandem mehr bekannt. Schnittstellen zu Nachbarsystemen sind gewachsen und nicht spezifiziert. Ein seriöses Retrofit beginnt deshalb mit einem Reengineering: Die bestehenden Abläufe werden aus Programm und Beobachtung rekonstruiert, bevor irgendetwas neu gebaut wird. Wer diesen Schritt überspringt, entdeckt die Sonderfälle in der Inbetriebnahme.
Zwei Regelwerke bestimmen, was bei einem Retrofit zu beachten ist. Für den Betreiber gilt die Betriebssicherheitsverordnung: Bei einer Änderung des Arbeitsmittels ist die Gefährdungsbeurteilung zu aktualisieren, nach prüfpflichtigen Änderungen ist die Anlage vor der Wiederinbetriebnahme zu prüfen, und die Schutzmaßnahmen müssen dem Stand der Technik entsprechen. Ob die Anlage nach dem Umbau als neue Maschine gilt, richtet sich heute nach der Maschinenrichtlinie 2006/42/EG in Verbindung mit dem Interpretationspapier des Bundesarbeitsministeriums zur wesentlichen Veränderung von 2015. Ab dem 20. Januar 2027 gilt die Maschinenverordnung (EU) 2023/1230, die den Begriff erstmals gesetzlich definiert und ausdrücklich auch digitale Veränderungen, also Software, einschließt.
Entscheidend ist der Begriff der wesentlichen Veränderung: Entsteht durch den Umbau eine neue Gefährdung oder erhöht sich ein bestehendes Risiko, reichen die vorhandenen Schutzmaßnahmen dafür nicht aus und lässt sich das Risiko auch nicht durch einfache Schutzeinrichtungen wie einen zusätzlichen Schutzzaun beseitigen, gilt die Anlage als neue Maschine. Dann sind Konformitätsbewertung, CE-Kennzeichnung und Konformitätserklärung erneut fällig, und derjenige, der die Veränderung vornimmt, wird zum Hersteller. Ein Steuerungstausch mit gleichen Funktionen und gleichem Sicherheitsniveau ist in der Regel keine wesentliche Veränderung; eine Leistungssteigerung, neue Schnittstellen zwischen Anlagenteilen oder ein geändertes Sicherheitskonzept können es sein. Die Einstufung wird dokumentiert, bevor gebaut wird. Für die Sicherheitsfunktionen selbst gelten EN ISO 13849-1 und EN IEC 62061, für Regalbediengeräte zusätzlich EN 528 (aktuell EN 528:2021+A1:2022) und für Stetigförderer EN 619 (aktuell EN 619:2022).
Wie läuft ein Retrofit-Projekt ab?
- Bestandsaufnahme der Ziele: Was soll die Anlage nach dem Retrofit können? Gleicher Durchsatz mit sicherer Ersatzteilversorgung, mehr Leistung, andere Ladeeinheiten, Anbindung an ein neues ERP-System oder an SAP EWM?
- Bestandsaufnahme der Anlage: Zustand von Regal, Regalbediengeräten mit Schienen und Elektrotechnik, Fördertechnik, Sicherheitstechnik, Steuerungen, Materialflussrechner und Lagerverwaltung; Dokumentationslage; Ersatzteilsituation.
- Bestandsaufnahme der Nutzung: Schichtmodell, heutiger und künftiger Durchsatz, verfügbare Stillstandsfenster wie Betriebsferien oder Reparaturpausen.
- Konzept und Stufenplan: Welche Ebenen werden erneuert, in welcher Reihenfolge, in welchen Fenstern; Bewertung der wesentlichen Veränderung; Investitionen über mehrere Jahre verteilt.
- Reengineering und Spezifikation: Bestehende Abläufe rekonstruieren, Schnittstellen und Telegramme spezifizieren, neue Software und Steuerungsprogramme entwickeln.
- Vorfertigung und Test: Schaltschränke vorfertigen, das Gesamtsystem aus Servern, Steuerungen und Schnittstellen beim Integrator aufbauen und gegen eine Anlagensimulation testen.
- Umschaltung: Im Stillstandsfenster oder bereichsweise bei laufendem Betrieb; Funktions- und Sicherheitstests, Testfahrten, Belastungstests, Freigabe.
- Anlaufbegleitung: Betreuung im Regelbetrieb, Feinjustierung der Strategien, Schulung, Dokumentation.
Der Zeitbedarf hängt vom Umfang ab. Die Vorbereitung dauert Monate, die eigentliche Umschaltung Tage bis wenige Wochen. Je gründlicher Reengineering und Vorabtest, desto kürzer und berechenbarer die Umschaltung.
Ein Software-Retrofit erneuert die Ebenen oberhalb der Steuerung: Materialflussrechner, SCADA-Visualisierung, Lagerverwaltungssystem und deren Anbindung an das ERP-System. Anlass ist meist ein Wechsel im ERP-System, etwa die Migration auf SAP S/4HANA mit SAP EWM, oder ein Lagerverwaltungssystem, das nicht mehr gewartet wird. Die Mechanik und oft auch die Steuerungen bleiben; das neue System muss deren Telegramme sprechen.
Zwei Wege sind üblich. Entweder übernimmt das neue Lagerverwaltungssystem auch die Materialflusssteuerung, wie SAP EWM mit dem Materialflusssystem MFS, oder ein eigenständiger Materialflussrechner bleibt zwischen Lagerverwaltung und Steuerungen und wird erneuert oder behalten. Welcher Weg passt, hängt von Anlagenkomplexität, Reaktionszeiten und vorhandener Ausstattung ab; die Seite SAP EWM beschreibt die Varianten, die Seite Materialflusssteuerung die Aufgaben des Materialflussrechners. Ein Software-Retrofit ist oft der Schritt mit dem größten Effekt auf den Durchsatz, weil neue Strategien ohne mechanische Änderung wirken. Er ist zugleich der Schritt, der am meisten Reengineering verlangt, weil sich in alten Systemen die meisten undokumentierten Sonderfälle angesammelt haben.
Wie funktioniert ein Retrofit im laufenden Betrieb?
Die meisten Lager können nicht wochenlang stillstehen. Ein Retrofit im laufenden Betrieb verteilt die Umstellung deshalb auf Einheiten, die sich einzeln abschalten lassen: eine Gasse, ein Fördertechnikbereich, eine Linie. Während eine Einheit umgebaut wird, laufen die anderen weiter; Bestände werden vorher umgelagert oder die Anlage fährt zeitweise mit reduzierter Kapazität. Zwischen den Stufen laufen alte und neue Technik parallel, was Schnittstellen erfordert, die beide Welten verbinden.
Was sich nicht stufenweise machen lässt, kommt in ein Stillstandsfenster: Betriebsferien, ein verlängertes Wochenende, eine geplante Reparaturpause. Damit das Fenster reicht, wird alles vorbereitet, was sich vorbereiten lässt: Schaltschränke werden vorgefertigt und geprüft, neue Leitungen bei laufendem Betrieb verlegt, Steuerungsprogramme und Software gegen Simulation und Emulation getestet, Umschaltung und Rückfallplan minutengenau geplant. Ein Rückfallplan gehört immer dazu: Wenn am Ende des Fensters etwas nicht läuft, muss die alte Technik wieder in Betrieb gehen können.
Drei Projekte von Artschwager + Kohl zeigen die Bandbreite. Bei K+S in Bernburg wurde die Steuerungs- und Sicherheitstechnik einer Palettenförderanlage zur Beschickung eines Hochregallagers erneuert: neue Sicherheitssteuerung mit PROFINET und PROFIsafe, Schutzzäune, Sicherheitstüren, Lichtschranken und zweikanalige Sicherheitsfunktionen, bei Erhalt der Förderanlage. Die Schaltschränke wurden vorgefertigt, Leitungen bei laufender Produktion verlegt, der Umbau selbst fand in einer dreiwöchigen Reparaturpause statt: eine Woche Hardwaretausch, eine Woche Sicherheits- und Funktionstests, eine Woche Inbetriebsetzung. Beschrieben in der Case Study Palettenförderanlage modernisiert.
In einem automatischen Kühllager blieben Regalbediengeräte, Palettenfördertechnik und die vorhandenen Siemens-S5- und S7-Steuerungen erhalten; erneuert wurden Lagerverwaltung und Materialflusssteuerung mit LOMAS und die direkte Anbindung an das ERP-System; die Inbetriebnahme war innerhalb einer Woche abgeschlossen. Weil für Teile der Steuerungsprogramme keine Dokumentation mehr existierte, wurden die Abläufe zuerst reengineert. Case Study Brownfield-Kühllager modernisiert. Bei KALDEWEI in Ahlen wurden Lagerverwaltung, Materialflussrechner, Leitstand und MES der Produktionslogistik innerhalb einer einwöchigen Reparaturpause komplett erneuert, nachdem das Gesamtsystem vorher beim Integrator aufgebaut und getestet worden war; der Durchsatz stieg ohne mechanische Änderung um 12 Prozent, die Anlaufbegleitung im Dreischichtbetrieb dauerte zwei Wochen. Case Study Produktionslogistik in einer Woche modernisiert.
Wie geht es von hier aus weiter?
Diese Seite erklärt, was Retrofit bedeutet, wann es sich lohnt und wie ein Projekt abläuft. Der nächste Schritt hängt von der Ebene ab, die im eigenen Lager ansteht: Die Seite Modernisierung und Retrofit gibt den Überblick über die Leistungen von Artschwager + Kohl, von SPS-Retrofit und Elektrotechnik über Regalbediengeräte und Fördertechnik bis zu Lagerverwaltung und Materialflussrechner. Wer die Zusammenhänge der Anlagentechnik vertiefen will, findet sie auf den Seiten Regalbediengerät, Fördertechnik und SPS. Einen Überblick über alle Systeme gibt der Hub Intralogistik.
Häufige Fragen zum Retrofit
Retrofit ist die Nachrüstung einer bestehenden Anlage mit aktueller Technik, ohne die Anlage als Ganzes zu ersetzen. In der Intralogistik betrifft das meist Steuerungen, Elektrotechnik, Sicherheitstechnik, Antriebe und Software, während Regal und Mechanik erhalten bleiben.
Modernisierung ist der Oberbegriff für alle Maßnahmen, die eine Anlage auf einen neueren Stand bringen. Retrofit ist die Variante, bei der die Anlagenstruktur erhalten bleibt und einzelne Ebenen erneuert werden. Umbau und Erweiterung ändern zusätzlich Struktur oder Leistung.
Wenn Steuerung, Elektrotechnik oder Software das Ende ihrer Lebensdauer erreicht haben, die Mechanik aber noch Jahre hält. Typische Auslöser sind abgekündigte Steuerungen, fehlende Ersatzteile, zunehmende Störungen, neue Sicherheitsanforderungen oder ein ERP-Wechsel.
Einen Bruchteil, weil Gebäude, Regal und meist die Mechanik bleiben. Die genaue Höhe hängt davon ab, welche Ebenen erneuert werden; ein Steuerungs-Retrofit ist deutlich günstiger als eine Erneuerung von Mechanik, Steuerung und Software zusammen.
Die Vorbereitung mit Bestandsaufnahme, Reengineering, Entwicklung und Tests dauert Monate. Die Umschaltung selbst dauert Tage bis wenige Wochen und findet in Stillstandsfenstern oder bereichsweise bei laufendem Betrieb statt.
Nur bei einer wesentlichen Veränderung, also wenn neue Gefährdungen entstehen oder Risiken steigen, die sich nicht mit einfachen Schutzeinrichtungen beherrschen lassen. Ein Steuerungstausch mit gleichen Funktionen und gleichem Sicherheitsniveau ist das in der Regel nicht; Leistungssteigerungen oder geänderte Sicherheitskonzepte können es sein. Die Einstufung wird vor dem Umbau dokumentiert.