Was genau versteht man unter INDUSTRIE 4.0?

Der Webstuhl wird heute als erster Schritt der Automatisierung in der Produktion verstanden. Die zweite industrielle Revolution brachte das Fließband von Henry Ford. Die elektrische Automatisierung kam durch die erste "speicherprogrammierbare Steuerung (SPS)" erst so richtig in Schwung und steht für die 3. industrielle Revolution.

Und heute, in der gerade beginnenden 4. industriellen Revolution, werden wir die einzelnen Maschinen und Anlagen für einen automatischen Datenaustausch verbinden, und dies innerhalb als auch außerhalb eines Betriebes. Wir werden hierzu private Datennetze nutzen und, wo sinnvoll, auch das Internet mit seinen grenzenlosen Möglichkeiten des Informationsaustausches in die Automatisierung einbeziehen.

Dass die datentechnische Vernetzung von Sensoren, Maschinen und Produktionsbetrieben eine 4. industrielle Revolution auslösen wird, wird auch auf Grund des Metcalfe'schen Gesetzes erwartet. Dieses besagt, dass der Nutzen eines Kommunikationssystems mit dem Quadrat der Anzahl der Teilnehmer wächst. Bestes Beispiel ist hierfür das Internet: Erst als die in den Büros einzeln vor sich hinarbeitenden Computer über Büronetzwerke und später über das Internet verbunden wurden, explodierten die Möglichkeiten und der Nutzen.

Nun ist die Vernetzung der Maschinen und Produktionsbetriebe als auch die Integration von Informations- und Internettechnologien in Sensoren, Maschinen- und Produktionsanlagen nichts was irgendjemand einfach vorschreiben oder einleiten könnte. Es ist ja vielmehr so, dass es bereits einfach geschieht. Dies ist das Indiz dafür, dass sie schon begonnen hat, die 4. industrielle Revolution.

Um diese Entwicklung zu unterstützen und zu beschleunigen, hat die Bundesregierung 2011 erste Forschungsvorhaben zur Orientierung und Definition gestartet. Ergebnis dieser Forschungsvorhaben ist der Abschlussbericht Umsetzungsempfehlungen für das Zukuntsprojekt Industrie 4.0 zur Positionsbestimmung, Vision und Handlungsanweisungen für die Forschung.

Weiterhin wurde die Plattform Industrie 4.0 für den Informationsaustausch geschaffen. Träger dieser Plattform sind die Industrieverbände BITKOM, VDMA und ZVEI.

Als Schlüsselbegriff zur Benennung der Evolution sowie zur Bezeichnung der kürzlich gestarteten Forschungsprogramme durch die Bundesregierung wurde der Begriff INDUSTRIE 4.0 gewählt.

Ziele und Hintergrundinformationen

Die Ziele, die mit INDUSTRIE 4.0 verbunden sind, sind ganz einfach:

Die Bundesregierung möchte die Wettbewerbsfähigkeit der Produktionsbetriebe und der Maschinen- und Anlagenausrüster in Deutschland stärken.

Würden wir in Deutschland dieses Ziel nicht angehen, hätte dies sicher mittel- bis langfristig deutliche Konsequenzen. Dies wäre etwa so, als hätten wir bei der Erfindung der Dampfmaschine diese ignoriert und wären einfach bei den Pferden geblieben.

Andere Staaten wie die USA, Japan und China investieren bereits ebenfalls in diese Ziele. Gerade die USA wirkt mit ihrem Förderprogrammen Advanced Manufacturing Partnership (AMP) ihrer eigenen De-Industrialisierung entgegen. Die USA sind uns etwas voraus, denken Sie doch schon länger im "Internet der Dinge" (siehe auch unten im Kasten Buchempfehlung Chris Anderson "Makers").

Im angelsächsischen Raum und auf EU-Ebene wird beim "Internet der Dinge" und dem Trend zur Digitalisierung eher von einer 3. industriellen Revolution gesprochen. Dies liegt daran, dass in diesem Raum andere Grundlagen für die Zählweise angewand werden. In Deutschland sprechen wir von INDUSTRIE 4.0.

Der Themenkomplex Industrie 4.0 besitzt als das wesentliche Element die datentechnische Verbindung von „Dingen“. Hierzu Zählen zum Beispiel die Kommunikation von Maschine zu Maschine, von Anlage zu Anlage und von Fabrik zu Fabrik.

Diese datentechnischen Verbindungen in lokalen Netzen als auch über das Internet können in vielen Bereichen eingesetzt werden, zum Beispiel im Bereich der Verkehrsflusslenkung, der intelligenten Fahrzeuge, der Telemedizin, in intelligenten Stromnetzen und natürlich in der „Smart Factory“.

Für Produktionsbetriebe geht es bei Industrie 4.0 immer um den Aspekt "Smart Factory", also die „Intelligente Fabrik“ und sicher auch um den Aspekt "Internet der Dinge".

Wenn in Produktionsbetrieben Maschinen und Anlagen datentechnisch vertikal und horizontal verbunden werden, gewinnt der Betrieb an Produktionssicherheit, Flexibilität und Geschwindigkeit. Es entsteht die „Smart Factory“.

Im Kapitel 2.5 der Forschungsroadmap Cyber Physical Systems wird beispielhaft die visionäre "Intelligente Fabrik", die "Smart Factory" beschrieben.

Wie geht es weiter?

INDUSTRIE 4.0 muss ganz sicher in den verschiedenen Branchen unterschiedlich interpretiert und umgesetzt werden.

So ist es in der Automobilindustrie Gang und Gäbe, dass das Produkt, also das entstehende Fahrzeug, den Bearbeitungsstationen von sich aus mitteilt, was zu tun ist.

In einer Brauerei ist dies in dieser Form schlicht unsinnig. Das Bier im Sudhaus oder Lagertank kann schlicht keine Informationen in Transpondern tragen wie eine Automobilkarosse.

In Betrieben wie Getränkeindustrien oder Brauereien, in Fertigungsindustrien oder Bergbau sind die Aufgaben der Produktions- und Intralogistik grundsätzlich sehr ähnlich, die Lösungen müssen jedoch wegen der sehr unterschiedlichen Produkte unterschiedlich angegangen werden.

Es liegt an Ihnen als Betreiber, den Maschinenbauern und uns Anlagenausrüstern, neue und wirtschaftliche Lösungen im Rahmen von INDUSTRIE 4.0 zu erarbeiten.

Wir bei Artschwager + Kohl sind auf solche Softwarelösungen spezialisiert. Bitte sprechen Sie uns an.

Weitere Informationen

Kontakt

Jürgen Kohl, Geschäftsführer von Artschwager + Kohl

Sie möchten Ihr Unternehmen nach vorne bringen? Sie fragen sich, wie Industrie 4.0 Lösungen Ihnen dabei helfen können? Bitte rufen Sie mich jederzeit an. Lassen Sie uns kostenlos und unverbindlich über Ihre Gedanken sprechen. Finden wir heraus wie ich Ihnen helfen kann.

Jürgen Kohl

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