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Auftragsmanagement-Software für Produktion und Lager
Wann ein Auftragsmanagementsystem gebraucht wird
Aufträge kommen aus dem ERP, aus dem Vertrieb, per Zuruf und vom Zettel an der Maschine. Wer sie steuert, entscheidet über Durchlaufzeit, Termintreue und Auslastung. Eine Auftragsmanagement-Software bündelt diese Aufträge an einer Stelle: Sie nimmt sie aus den vorgelagerten Systemen entgegen, priorisiert sie, verteilt sie an Mitarbeiter, Fahrzeuge und Anlagen – und dokumentiert lückenlos, was wann passiert ist.
Artschwager + Kohl entwickelt und integriert solche Systeme seit über 25 Jahren – für Lager, Materialfluss und Produktion, eingebettet in die vorhandene ERP- und SAP-Landschaft und, wo nötig, im laufenden Betrieb nachgerüstet.
Den Anstoß geben in der Praxis selten Grundsatzentscheidungen, sondern konkrete Reibungspunkte:
- Aufträge versanden zwischen den Systemen. Das ERP kennt den Kundenauftrag, aber niemand weiß, wo die Ware physisch steht und wer sie als Nächstes anfasst.
- Transportaufträge laufen per Zuruf. Stapler, Routenzug und FTS werden telefonisch beauftragt – Leerfahrten und Wartezeiten sind die Folge.
- Prioritäten sind Verhandlungssache. Welcher Auftrag zuerst läuft, entscheidet der Schichtleiter nach Gefühl statt nach Termin, Bestand und Auslastung.
- Keine belastbare Rückmeldung. Fertigmeldungen kommen verspätet oder gar nicht ins ERP zurück, Reklamationen lassen sich nicht nachvollziehen.
- Medienbrüche und Doppelerfassung. Dieselben Auftragsdaten werden in Vertrieb, Lager und Fertigung mehrfach getippt.
- Eine Erweiterung steht an. Neues Regal, neue Linie, neuer Standort – und die bestehende Auftragssteuerung trägt das nicht mehr.
Wer sich in mehreren dieser Punkte wiederfindet, braucht selten ein neues ERP. Meist fehlt die Ebene zwischen ERP-Landschaft und Technik, die Aufträge konkret ausführbar macht. Einen Überblick über unser gesamtes Leistungsspektrum gibt die Übersicht unserer Intralogistik-Lösungen.
Auftragsmanagement, OMS, ERP, LVS und MES – wer macht was?
Die Begriffe überschneiden sich, weil Anbieter sie unterschiedlich schneiden. Nach ihrer Aufgabe lassen sie sich sauber trennen. Das ERP führt das Unternehmen kaufmännisch: Stammdaten, Beschaffung, Vertrieb, Finanzen, Kapazitätsplanung. Es beantwortet die Frage, was wirtschaftlich vereinbart und geplant ist – kennt aber weder den Lagerplatz noch den freien Stapler. Wie sich ein solches System anbinden lässt, zeigt die Seite ERP-Anbindung und Systemintegration.
Ein Order Management System steuert den Lebenszyklus des Kundenauftrags über alle Vertriebskanäle hinweg: Auftragserfassung, Verfügbarkeitsprüfung, Zuordnung zu Standort und Lager, Statusverfolgung bis zur Auslieferung und Retoure. Es bewegt selbst keine Ware, sondern gibt vor, was geschehen soll.
Innerbetriebliches Auftragsmanagement
Das innerbetriebliche Auftragsmanagement macht die Aufträge im Betrieb ausführbar: Es priorisiert sie, teilt sie an Personal, Fahrzeuge und Anlagen zu, überwacht die Ausführung und meldet zurück. Es beantwortet die Frage, wer oder was den nächsten Schritt ausführt – und in welcher Reihenfolge.
Das LVS/WMS verantwortet Bestände und Lagerprozesse: Einlagerung, Lagerplatzverwaltung, Kommissionierung, Inventur. Das MES steuert die Fertigung: Feinplanung, Betriebs- und Maschinendatenerfassung, Qualität, OEE. Ein OMS entscheidet also, was geschehen soll; Auftragsmanagement, LVS/WMS und MES sorgen dafür, dass es tatsächlich geschieht.
Worauf Sie bei der Auswahl achten sollten
- Passt das System zu Ihrer Systemlandschaft? Prüfen Sie, ob der Anbieter Ihr ERP nachweislich angebunden hat, nicht nur „grundsätzlich unterstützt“.
- Reicht es bis auf die Technik hinunter? Ein System, das nur bis zur Auftragsliste denkt, löst das Reihenfolgeproblem in der Halle nicht. Fördertechnik, Regalbediengeräte und Fahrzeuge müssen adressierbar sein.
- Ist ein Einstieg im laufenden Betrieb möglich? Kaum ein Betrieb kann für eine Softwareeinführung stillstehen. Fragen Sie nach Migrationsszenarien und nach dem Rückfallplan.
- Lassen sich Regeln ohne Neuentwicklung ändern? Prioritäten, Strategien und Zuteilungsregeln ändern sich – sie sollten konfigurierbar sein.
Support, Reaktionszeiten, Fernzugriff und Weiterentwicklung gehören vor Vertragsabschluss geklärt, nicht nach der ersten Störung. Und lassen Sie sich Referenzprojekte aus Ihrer Branche und Ihrer Größenordnung zeigen – am besten sprechen Sie mit den Betreibern selbst.
Zwei Wege zum Auftragsmanagement: LOMAS® und TAMAS
Artschwager + Kohl deckt die Auftragssteuerung mit zwei eigenständigen Produkten ab. Welches passt, hängt davon ab, wie stark Ihre Abläufe automatisiert sind. Beide sind Teil unserer Intralogistik-Lösungen.
LOMAS® – die Plattform für automatisierte Lager, Materialfluss und Produktion
LOMAS® ist keine Standardsoftware von der Stange und keine Individualentwicklung auf der grünen Wiese, sondern ein Baukasten aus Modulen, die sich seit Jahren im produktiven Betrieb bewähren: Lagerverwaltung (LVS/WMS), Materialflusssteuerung (MFR/MFS), MES, Werkerassistenz, Stapler- und Routenzug-Leitsystem, FTS- und AMR-Anbindung, SCADA sowie Echtzeitortung (RTLS). Hier laufen die Aufträge zusammen, sobald Fördertechnik, Regalbediengeräte oder automatisierte Fahrzeuge beteiligt sind.
Technische Basis sind Microsoft SQL Server und .NET/C# – bewusst etablierte Standards, damit Betrieb, Wartung und Weiterentwicklung planbar bleiben.
Einsatz von Auftragsverwaltungssystemen
Einsatz von Auftragsverwaltungssystemen
Die Ausführung, Verwaltung und konkrete Umsetzung von Bestellungen und Aufträgen betrifft nahezu alle Prozesse und Systeme entlang der Supply Chain von Unternehmen bis hin zum Transport und Vertrieb.
Viele Unternehmen nutzen ein Order Management System (OMS) für eine effizientere Auftragsabwicklung, um durch die zentrale Steuerung und Verwaltung von Kundenaufträgen eine damit verbundene, höhere Kundenzufriedenheit zu erzielen.
Order Management System per Software
Eine moderne Order Management System Software bietet die ideale Unterstützung, das in das ERP-System eingebettet ist, sorgt für eine reibungslose Logistik und Verwaltung, vom Kundenauftrag über die Buchhaltung, Rechnungsstellung bis hin zur Auslieferung.
Innerbetriebliche Aufträge digital steuern – auch ohne neue Technik
Das TAMAS Task- und Transport-Management-System nimmt innerbetriebliche Aufträge serverbasiert entgegen, priorisiert sie und verteilt sie regelbasiert an Mitarbeiter, Gabelstapler, FTS und Transportroboter. Parallel dazu steuert es für Anlagen- und Maschinenführer das Management von Handhabungsaufgaben.
Aufträge können per App aus einem SAP-basierten System, vom PC, per Smartphone, per SmartSensor oder SmartButton oder direkt aus Transportaufgaben ausgelöst werden. Über die Verknüpfung mit dem ERP-System sind alle Transport- und Auftragsdaten durchgängig digital erfasst.
Damit werden auch manuelle Abläufe nachvollziehbar, ohne dass zuerst die Technik erneuert werden muss. Beide Wege – LOMAS® und TAMAS – lassen sich kombinieren und binden an dieselbe ERP- und SAP-Ebene an.
Schnittstellen: ERP, SAP und Steuerungstechnik
Ein Auftragsmanagementsystem ist nur so gut wie seine Anbindung. In unseren Projekten sind das typischerweise:
- SAP – SAP EWM und SAP WM, inklusive SAP EWM MFS für die direkte Anbindung automatisierter Lagertechnik.
- Weitere ERP-Systeme – Microsoft Dynamics 365 sowie beliebige Branchensoftware; die Plattform ist ERP-unabhängig ausgelegt.
- Steuerungsebene – SPS, SCADA, Regalbediengeräte, Fördertechnik, Waagen und Scanner.
- Mobile Ebene – Handhelds, Staplerterminals, Werkerassistenz, Tastensysteme an der Maschine.
- Fahrzeuge – FTS, AMR und Routenzüge über die jeweiligen Flottenmanager, Gabelstapler über unser Staplerleitsystem.
So läuft ein Projekt bei Artschwager + Kohl
- Erstgespräch und Aufnahme. Wir schauen uns Ihre Prozesse, Ihre Systemlandschaft und die konkreten Engpässe an – vor Ort, nicht per Fragebogen.
- Konzept und Machbarkeit. Wir schneiden den Funktionsumfang, definieren die Schnittstellen und benennen die Risiken. Wo sinnvoll, prüfen wir Leistungsgrenzen vorab per Simulation.
- Realisierung. Konfiguration der Module, Entwicklung der projektspezifischen Anteile, Aufbau der ERP- und SAP-Anbindung.
- Test und Inbetriebnahme. Emulation und Integrationstests vor dem Go-live, Schulung der Anwender, Begleitung der Umstellung – bei laufenden Anlagen in definierten Stufen.
- Betrieb und Weiterentwicklung. Support, Störungsanalyse und schrittweiser Ausbau, wenn neue Anlagen oder Standorte dazukommen.
Referenzen aus der Praxis
Auftragssteuerung sieht in jeder Branche anders aus. Diese Projekte zeigen die Bandbreite – alle weiteren finden Sie in unseren Case Studies:
- Produktionslogistik bei KALDEWEI – LVS, Materialflussrechner und MES modernisiert.
- riha WeserGold – LVS- und MES-Rollout an fünf internationalen Produktionsstandorten.
- Mercedes-Benz Türk – Integration eines bestehenden Behälterlagers über SAP EWM MFS.
- K+S Bernburg – Produktionssteuerung für 15 Fertigungslinien modernisiert.
- Viega – Logistikleitstand und Datenplattform für die automatisierte Intralogistik.
Bestehende Anlagen mitnehmen statt ersetzen
Ein neues Auftragsmanagement bedeutet nicht zwangsläufig neue Technik. In vielen Projekten ist die Modernisierung bestehender Anlagen der wirtschaftlichere Weg: Steuerung und Software werden erneuert, Regale, Fördertechnik und Fahrzeuge bleiben. Wir führen solche Umstellungen regelmäßig im laufenden Betrieb durch – mit definierten Umschaltpunkten und Rückfallebene.
Häufige Fragen (FAQs)
Was kostet eine Auftragsmanagement-Software?
Der Aufwand hängt vom Funktionsumfang, der Zahl der Schnittstellen und dem Automatisierungsgrad ab. Ein Transportmanagement für eine Halle liegt in einer anderen Größenordnung als eine standortübergreifende Auftragssteuerung mit SAP-Anbindung. Wir nennen nach dem Erstgespräch eine belastbare Aufwandsschätzung statt eines Listenpreises.
Was ist der Unterschied zwischen einem Auftragsmanagementsystem und einem ERP?
Das ERP führt das Unternehmen kaufmännisch: Stammdaten, Vertrieb, Beschaffung, Finanzen. Ein Auftragsmanagementsystem macht die daraus entstehenden Aufträge im Betrieb ausführbar – es priorisiert sie, teilt sie an Personal, Fahrzeuge und Anlagen zu, überwacht die Ausführung und meldet zurück. Beide Systeme ersetzen einander nicht, sie arbeiten zusammen.
Was ist ein Order Management System (OMS)?
Ein Order Management System steuert den Lebenszyklus des Kundenauftrags über alle Vertriebskanäle hinweg: Auftragserfassung, Verfügbarkeitsprüfung, Zuordnung zu Standort und Lager, Statusverfolgung bis zur Auslieferung und Retoure. Es bewegt selbst keine Ware, sondern gibt vor, was geschehen soll – die Ausführung übernehmen Lager-, Transport- und Produktionssysteme.
Brauche ich ein eigenes System, wenn mein ERP bereits Auftragsverwaltung kann?
Für die reine Auftragsverwaltung im Vertrieb oft nicht. Sobald aber Lagerplätze, Fahrzeuge, Fördertechnik oder Fertigungslinien beteiligt sind, stößt die ERP-Auftragsverwaltung an ihre Grenzen: Sie kennt weder den freien Stapler noch die Störung an der Anlage. Genau diese Lücke schließt ein Auftragsmanagementsystem.
Lässt sich ein Auftragsmanagementsystem im laufenden Betrieb einführen?
Ja. Wir setzen Umstellungen regelmäßig stufenweise oder in einem definierten Zeitfenster um – mit vorheriger Emulation, Integrationstests und einer Rückfallebene. Bei Bestandsanlagen ist ein Retrofit der Steuerung häufig der schnellere und günstigere Weg als ein Neubau.
Welche ERP-Systeme lassen sich anbinden?
SAP EWM und SAP WM inklusive SAP EWM MFS, Microsoft Dynamics 365 sowie beliebige Branchensoftware. Die Plattform ist ERP-unabhängig ausgelegt; die Anbindung wird projektspezifisch umgesetzt.
Wie lange dauert ein Einführungsprojekt?
Eine allgemeingültige Dauer gibt es nicht. Sie hängt vor allem an vier Faktoren: der Zahl und Tiefe der Schnittstellen zu ERP, SAP und Steuerungstechnik, dem Umfang der einbezogenen Standorte und Lagerbereiche, der Übernahme von Bestands- und Altdaten sowie der Frage, ob ein Parallelbetrieb mit dem Altsystem nötig ist. Den konkreten Zeitrahmen legen wir am Ende der Konzeptphase gemeinsam mit Ihnen fest.
Sprechen wir über Ihre Auftragssteuerung
Sie wissen, wo es in Ihren Abläufen klemmt – wir wissen, wie sich das softwareseitig lösen lässt. Im ersten Gespräch klären wir, ob und mit welchem Aufwand sich Ihre Auftragssteuerung verbessern lässt – Nehmen Sie Kontakt auf oder telefonisch unter +49 9132 83666 0.